(Rauchnacht). Die 12 Raunächte sind Rauch- und Weihe-Nächte.
Von den Raunächten heißt es im Weltbuech von Sebastian Franck:
„Die zwolff naecht zwischen Weihenacht und Heyligen drey Künig tag ist kein hauß das nit all tag weiroch rauch in yr herberg mache / für alle teüfel gespenst vnd zauberey.“ (1)
So, nun haben wir auch die 12. Nacht bestanden. Die Raunacht der Heiligen Drei Könige am 6. Jänner/Hartung im Jahre des Herrn Zweitausendzweiundzwanzig. Das neue Sonnenjahr kann beginnen.
Nun ist auch klar, warum Weihnachten im Plural steht. Wir lernen, dass von der Wintersonnenwende an bis zur Erscheinung des Herrn jede Nacht eine Weihe-nacht ist.
Ist? Leider immer öfter: „war“. Das alte Brauchtum verliert sich im Widerschein der bläulichen Bildschirme, und die geistlichen Versammlungshäuser (Kirchen) leeren sich.
(1) Aus Wikipedia, dort lautet die Quellenangabe: Sebastian Franck, Weltbuech: Spiegel vnd bildtniß des gantzen erdbodens …Tübingen 1534, zit. nach Hans Dünninger, Horst Schopf: Bräuche und Feste im fränkischen Jahreslauf.Kulmbach 1971, S. 24.
Die 12 Raunächte | von Georg Dekas 09.01.2022