Berühmt sind die „Korrnrliadr“
von Luis S. Stecher, in denen der Maler und Mundartdichter die Erinnerungen an die ‚einheimischen Zigeuner‘ seines Vinschgau aufleben lässt. Amazon-Buch hier.
Im Dialektwörterbuch sind die Korrner als fahrendes Volk verzeichnet. Sie waren eine Mischung aus Fuhrleuten, Wanderarbeitern, Pfannenflickern, Bettlern, Straßenmusikanten und Geächteten („Lumpenproletariat“).
Die Bezeichnung kommt aber nicht nur von ihrem Zuggefährt, dem Karren.
Mindestens ebenso bedeutsam für die Wortbildung ist, dass es sich bei diesen Wanderleuten ursprünglich um die ortsfremden Karner handelte, die eine ganz besondere Mischsprache pflegten.
Aus diesem Grund wurde das Wort Korrner auch eine abschätzige Bezeichnung für die romanisch sprechenden Obervinschger.
Karner, das sind die keltischstämmigen, romanisierten und im Mittelalter teilweise germanisierten Bewohner von Karnien, der Alpenregion des Friaul (lat. Carnia). Wie alle Keltenabkömmlige waren die Karner oder Karnier ausgewiesene Fachleute in der Metallverabeitung und in Tirol als wandernde „Pfonnenflicker“ bekannt.
Der Tiroler und Vinschgauer Familienname Karnutsch bedeutet ‚kleiner/lieber Karnier‘.