RAITEN

Alttirolisch für rechnen, Rechenschaft geben, bilanzieren

Lesebeispiele (Quelle: digital.tessmann.it)

„ist Teutschen Schuelmaistern vergundt und bewilligt […] zway Pfund Perner. Denen, so mit der Ziffer, oder auff den Linien in gemain Raiten lernen, ain Gulden, oder fünff Pfund Perner.“ Aus Schulordnung von 1586, Innsbruck 

„Da lachte die Kellnerin: „Raiten können sie schlecht, die Schwizer!“ (Bodensee, 1903)

„um dort einen Kaufvertrag, einen «Raiting» zu überprüfen“ (Meran, 1499)

gotisch rathjô = Zahl;

lateinisch ratus = PP von reor ich lege, setze fest, bestimme, davon ich urteile, schätze; vgl. ratio (ragione, raison), rationem legere

deutsch raten. Das gemeingermanische Verb bedeutet „überlegen, aussinnen“, aber auch „Vorsorge treffen“ sowie „vorschlagen, empfehlen“ und „deuten“. (DUDEN)

rechnen geht über mittelhochdeutsch rechen rechenen und althochdeutsch rehhanon → „ordnen, sortieren“ auf westgermanisch *rekno „rechnen“ zurück; Der Ursprung ist indogermanisch *reĝ– „aufrichten, recken“, auf welchem auch altenglisch gerecenian und altfranzösisch rekenia „rechnen“ beruhen; Demnach ist die Ausgangsbedeutung „richten, sortieren, in Ordnung bringen“ (Wiktionary)

reckon (v.)

  1. 1200, recenen, rekenen, „enumerate, count up; name one by one; relate, recount; make calculations,“ from Old English gerecenian „to explain, relate, recount; arrange in order,“ from Proto-Germanic *(ga)rakinaz „ready, straightforward“ (source also of Old Frisian rekenia, Middle Dutch and Dutch rekenen, Old High German rehhanon, German rechnen, Gothic rahnjan „to count, reckon“), from PIE root *reg- „move in a straight line,“ with derivatives meaning „to direct in a straight line,“ thus „to lead, rule.“

https://www.etymonline.com

 


RAITEN, Etymo; Recherchiert und verfasst von Georg Dekas am 2021.12.21

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner